Dienstag, 27. Juli 2010

Wer manifeste Sicherheitsbedenken so wenig ernst nimmt, obwohl sie offenkundig sind, sollte sich von Verantwortung fernhalten, statt auf die einzuprügeln, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und sich ihr stellen. Wir wissen ja alle, dass es dieselben Menschen sind, die beispielsweise bei Kernkraft oder Gentechnologie genau wissen, dass alles, was geschehen kann auch geschehen wird und die, wenn es geschehen ist als erste pharisäerhaft auf die verantwortungslosen Verantwortungsträger zeigen, denen es dann auf der Anklagebank wenig hilft über die Metropole Ruhr zu schwadronieren. Denen werden dann die objektiven Fakten und ihr Wissen und Wollen vorgehalten, sonst nichts, weil Verantwortung so geht. Zu Recht, als ständige Erinnerung, körperliche Unversehrtheit und Leben anvertrauter Menschen so gut wie möglich zu schützen, auch wenn der Spaßfaktor auf der Strecke bleibt. Überleben ist wichtiger..."


Aus einem offenen Brief des Bochumer Polizeipräsidenten a.D. Thomas Wenner vom Januar 2009.

Montag, 7. Juni 2010

Innenminnisterkonferenz

Die Innenminnisterkonferenz (IMK) hält eine verbindlich vorgeschriebene Zertifizierung von Unternehmen im privaten Sicherheitsgewerbe zur Erreichung und Optimierung einheitlicher Standards für sinnvoll und beauftragte deshalb auf der letzten Tagung den Arbeitskreis II mit der Erarbeitung möglicher einheitlicher Standards für eine verbindlich vorgeschriebene Zertifizierung von Unternehmen im privaten Sicherheitsgewerbe. Zu den Ergebnissen soll der IMK anlässlich ihrer Frühjahrssitzung 2011 berichtet werden.

Spannend wird, woher der AK II die Erkenntnisse gewinnen will, die in die Standards einfließen sollen.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Anwendung der DIN 77200

Dr. Ulrich Jochmann, Leiter des Bereichs Qualitätsmanagement und Zentrale Schulungen der Klüh Service Management GmbH, hat einen lesenswerten Beitrag zur DIN 77200 bei www.sicherheitsmelder.de veröffentlicht. Auch er weißt ausdrücklich darauf hin, dass "Allgemeine Konformitätsbewertungen ... zu Unschärfen [führen] und ... nicht geeignet [sind], die Normerfüllung im Einzelfall zu garantieren."

Auch die auschreibenden Stellen, die nach wie vor eine Zertifizierung verlangen, nimmt er in die Pflicht: "Wer in Ausschreibungen die Zertifizierung nach DIN 77200 fordert, verstößt gegen die Anwendungsgrundsätze der Norm. Darüber hinaus kann die Vergabe juristisch angefochten werden."

Mittwoch, 26. Mai 2010

Tag der Sachverständigen Berlin-Brandenburg 2010

Am 15. Juni 2010 findet bei der IHK Berlin in der Fasanenstraße von 12:00 - 18:00 Uhr der „Tag der Sachverständigen“ statt. Dort stellen sich die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen von zwölf Bestellungskörperschaften aus Berlin und Brandenburg vor. Experten aus der Region präsentieren sich an Informationsständen, bieten Begutachtungen vor Ort an, informieren in Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen.Unter anderem wird es auch einen Vortrag zum Thema "Was macht eigentlich ein Sachverständiger für Betriebsschutz?" geben. Die Anmeldung zur kostenfreien Teilnahme kann direkt bei der IHK Berlin erfolgen.

Dienstag, 13. April 2010

Und noch ein Neuer

Rolf Kroboth ist von der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld als Sachverständiger für Geld- und Wertdienstleistungen öffentlich bestellt worden. Herzlichen Glückwunsch!

Äußerst kritisch zu sehen ist allerdings, wenn die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste e. V. (BDGW) in einer Pressemitteilung schreibt:
Der BDGW-Sicherheitsbeauftragter
ist zum Sachverständigen bestellt worden. Wie der BDGW richtig zitiert, verpflichtet die Eidesformel die öffentlich bestellten Sachverständigen ihre Gutachten unparteiisch zu erstatten. Eins geht also nur, entweder BDGW-Sicherheitsbeauftragter oder öbuv Sachverständiger. Selbstverständlich kann der BDGW jeden geeigneten Sachverständigen mit der Erstellung eines Privatgutachtens beauftragen. Dieses Gutachten muss aber gewährleisten, dass es frei von jeglicher Weisung erstellt worden ist. Im Handbuch des Sachverständigenrechts (Red.: Beyerlein, Beck Verlag, §11 Rd. 67, 4.Auflage) findet sich dann auch der Hinweis, dass die wenigen Experten in manchen Bereichen nicht "selten durch Institutsaufträge oder Beratungsverträge mehr oder weniger eng" mit einer der Parteien verbunden sind. Und weiter: "Dies alles kann die innere Unabhängigkeit von Sachverständigen erheblich beeinträchtigen." Wenn der Geschäftsführer des BDGW, Andreas Paulick, meint, dass: "Auf diese Weise ... auch die Qualität des Gütesiegels BDGW-Sicherheitsstandard ausgebaut und unterstrichen" wird, möge er sich fragen, ob man den Koch im Restaurant nach der Qualität der Speisen fragt oder lieber im Guide Michelin nachschaut.

Montag, 1. März 2010

Neuer Sachverständiger

Stefan Bisanz, Geschäftsführer der Consulting Plus GmbH, wurde am 27. Februar durch den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, Ernst Franceschini, als Sachverständiger für das Fachgebiet Personenschutz öffentlich bestellt und vereidigt. Herzlichen Glückwunsch!

Freitag, 26. Februar 2010

Manipulationsgesetze

Schneller in die falsche Richtung zu rennen ist das Eine. Alternativ kann man auch eines der acht Manipulationsgesetze nach Josef Kirschner anwenden. Dieser beschrieb bereits 1976 in seinem Buch "Manipulieren, aber richtig" die acht Gesetze der Menschenbeeinflussung. Eines dieser Gesetze ist das der steten Wiederholung. Wird etwas Falsches nur lange genug als richtig dargestellt, wird es in der Wahrnehmung irgendwann als richtig akzeptiert. Nichts anderes macht Securlog-Geschäftsführer Dr. Lothar Thoma, wenn er im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin "Der Handel" wiederholt die Zertifizierung nach der DIN 77200 verteidigt.

Schon fast amüsant ist es, wenn Thoma erklärt, dass Securlog in jedem Standort eine IHK-geprüfte Werkschutzfachkraft haben muss, die sich um die Qualifizierung der Mitarbeiter kümmert. Es sei dahin gestellt, welche Befähigung man nach nur 4 Wochen Ausbildung zur Werkschutzfachkraft hat, um Mitarbeiter zu qualifizieren. Auch relativ unwichtig ist, dass Thoma nicht zu wissen scheint, dass bereits seit 2006 keine Werkschutzfachkräfte mehr geprüft werden.

Viel wichtiger: Nirgends in der gesamten DIN 77200 steht, dass sich geprüfte Werkschutzfachkräfte um die Qualifizierung der Mitarbeiter kümmern müssen. Richtig ist vielmehr, dass nach der Leistungsstufe 1 der Norm das gesamte Führungspersonal über eine der geprüften Werkschutzfachkraft gleichwertige oder höherwertige aufgabenbezogene Qualifizierung verfügen muss. Gleichwertig wäre heute die geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft, höherwertig die Servicekraft, die Fachkraft und der Meister für Schutz und Sicherheit. Eine Promotion in Volkswirtschaft hingegen reicht nicht. Deshalb wäre es interessant zu erfahren, wer welche dieser Qualifikationen im Management von Securlog hat. Tatsache ist, dass aufgrund der Zertifizierung jeder Manager bei Securlog, der nicht über eine solche aufgabenbezogene Qualifizierung verfügt eine Nichteinhaltung der DIN 77200 bedeutet.