Freitag, 3. April 2020

Der nette june Mann bei Lidl (oder Netto, Aldi, Real, kaufland ...)

"Guten Tag, bitte achten Sie auf die 1,5 Meter Mindestabstand".

1. Solange die Aufgabebeschreibung der am Eingang eines Supermarkts stehenden externen Mitarbeiter keine Dienste benennen, die unter "das Bewachen von fremden Leben und Eigentum" subsumierbar sind, ist keine Unterrichtung nach § 34a Gewerbeordnung (GewO) notwendig. Wagen schieben, Griffe desinfizieren, Hinweise geben: Alles gut!

2. Der BDSW oder Verdi oder wer auch immer können das anders sehen. Oder auch nicht. Auch die zuständige Behörde kann das anders sehen. Muss sie aber nicht. Denn, auch Behörden können irren. Deshalb gibt es in Deutschland eine Verwaltungsgerichtsbarkeit. Spätestens letztinstanzlich werden Richter darüber zu entscheiden haben.

3. Auch dem externen Servicemitarbeiter an der Ladentür stehen selbstverständlich Notwehr, Not- und Selbsthilfe, Notstand und die Festnahmebefugnis nach § 127 Strafprozessordnung zu.

4. Wenn die Aufgabe aber das "das Bewachen von fremden Leben und Eigentum" ist, dann dürfte sich das im Hausrechtsbereich mit tatsächlich öffentlichem Verkehr abspielen (§34a (1a) GewO) abspielen und eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung als Minimum-Qualifikation notwendig sein.

Samstag, 1. Februar 2020

Betrug via Ebay

Straftaten haben eine andere Wertigkeit, wenn man selbst (fast) betroffen ist. Täglich liest man von Betrugsversuchen im Internet, man erhält unzählige letzte Zahlungsaufforderungen, Erbschaftsangebote per Emails, neben Unmengen an Spam, Phishing-Mails und ähnliches. Für mich neu war eine Betrugsmasche bei Ebay.

1. Akt. Man stellt einen relativ hochwertigen Artikel bei Ebay zur Auktion mit der Option Sofortkauf ein. Das kann eine Kamera, eine Armbanduhr oder ähnliches sein.

2. Akt. Man erhält nach einigen Geboten plötzlich eine E-Mail über einen Sofortkauf. Hier gingen bei mir die ersten Warnlampen an, der Preis für den Sofortkauf war zumindest ambitioniert wenn auch nicht überhöht. Und – der Bieter ist in den USA registriert, das erhöht den Preis des Versands für den Käufer deutlich und eine Zollproblematik ergibt sich auch.

3. Akt. Kurz danach kommt eine Nachricht des Käufers über das Ebay System:

"Hallo Alexander, Ich habe bei eBay Folgendes von Ihnen gekauft. Bitte senden Sie mir eine Rechnung mit dem Gesamtbetrag zu, den ich Ihnen schulde. Vielen Dank, Tony
Adams Nicholas
14 Daisy Close
Swindon
GB SN2 2QU
calculate total shipping cost of this item to United kingdom and also send me clear pictures of the item to my email (littlebravou@gmail.com) because i will like to verify the item is in its great condition as listed, Payment will be Via PayPal when confirmed."

So weit, so gut. Zwar möchte Tony mit dem amerikanischen Account den Artikel nach Großbritannien verschickt bekommen und zwar an Nicholas – aber warum nicht.

4. Akt. Nachdem die zusätzlichen Fotos verschickt wurden kommt eine Antwort von ABC XYZ mit der E-Mail-Adresse ittlebravou@gmail.com:

“hello and thanks for the pictures and yes the item is in great condition to the best of my knowledge, please I will like to ask if the item has papers and box, also I will like to know if the shipping cost is for a next day express delivery, please kindly get in touch asap so that I can proceed to payment.”

Das Nächste was stutzig macht. Im Angebot sind sowohl Originalverpackung als die dazugehörigen Papiere zu sehen. Und wir reden hier nicht von einer gebrauchten Zahnbürste, sondern von einer Kaufsumme im höheren vierstelligen Bereich. Da guckt man sich doch die Artikelbeschreibung inkl. Fotos an? Jetzt fange ich an zu testen:

„As you can see on the original photos there’s an original box and all papers. DHL is not offering an express delivery to GB, however, I can ship immediately after I received the money.”

Keine Reaktion darauf.

5. Akt. Der Käufer besteht auf Expresslieferung und weiß auch wie das geht. Und erklärt auch, warum. Gavin de Becker (Das Geschenk der Angst) nennt so etwas PINS (Pre-Incident Indicators) in dem Fall typecasting und loan sharking.

“I want a next day express delivery package, its around 85 euro please make more findings, DHL express does this”

Also kommt von mir das Angebot per Express zu versenden:

„Correct, it‘s 84€, express and insured.”

6. Akt und jetzt wird es spannend.

„ok iw ill proceed to payment tonight when I get home so that you can ship tomorrow”

Und später eine weitere Mail mit dem Inhalt:

„Hello again, and i have just concluded with the payment of your item with paypal. and the funds has been deducted from my account. i made postage cost 85.00 euros as Agreed [1 Euro zuviel, wieder loansharking] I will like the item to be posted out as early as possible tomorrow so that it will get to its destination on time, I will also like you to help me package the item neatly so that it will look well presentable to the new owner as i am buying this for my Partner as a gift. I will be expecting to receive shipment update form either you or paypal shipping address is below again,
Adams Nicholas
14 Daisy Close,
Swindon,
Wiltshire,
SN2 2QU.
United Kingdom
07448990653
Regards and its nice doing business with you Tony“
Diese Mail wurde übrigens um 02:05 Uhr deutscher Zeit verschickt. Auch hier findet sich eines der PINS, nämlich too many details; dem durchschnittlichen Verkäufer wird es vollkommen egal sein, warum, wieso und weshalb etwas gekauft wird. Vorher, um 0:52 Uhr, kam eine E-Mail, vermeintlich von Ebay. Nur, der vorherige Emailverkehr wurde über einen Account bei web.de abgewickelt, mein Ebay-Account ist mit einer T-Online.de Adresse angemeldet. Und, der Absender sieht nur aus wie Ebay, beim Klick auf die Absenderadresse erscheint ebayservicemember@mail2member.com.

7. und letzter Akt
. Ein schlanker Einzeiler: „No shipping before I see the money on my paypal account.” an den Käufer (?), Kontaktaufnahme mit Ebay zwecks Überprüfung des Käufer-Accounts und Kaufabbruch. Fertig. Allerdings scheint es laut Ebay kein Einzelfall zu sein und in der Regel merken die Verkäufer erst wenn sie kein Geld bekommen, dass sie einem Betrug aufgesessen sind.

Samstag, 25. Januar 2020

Back again!

Die International Security Ligue hat die Ergebnisse einer Befragung ihrer Mitglieder veröffentlicht. Nach fast auf den Tag genau 30 Jahren in der privaten Sicherheitswirtschaft frage ich mich: Was sind die Konsequenzen aus dieser Befragung? Weiter so wie bisher? Vorne halt, hinten kehrt?

Dienstag, 13. Mai 2014

Schimpfen wie ein Rohrspatz

Als Ende der 70er Jahre Wallraff mit seinem Buch "Der Aufmacher. Der Mann, der bei „Bild“ Hans Esser war" einem breiteren Publikum bekannter wurde, war meine erste Assoziation die zum "Spatz vom Wallrafplatz", einer deutschen Fernsehreihe, die Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vom WDR gesendet wurde. Das war dann auch gestern Abend so, als RTL die Sendung “Team Wallraff" zum Thema Sicherheitsdienste ausstrahlte. Wallraff wurde von der Stasi als IM geführt, die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen ihn wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung und des Sozialhilfebetrugs. Ein Bundeswehr-Militärarzt attestierte ihm lt. Wikipedia eine „abnorme Persönlichkeit". Dieser Mann machte sich auf, die Missstände des deutschen Bewachungsgewerbes aufzudecken. Und McDonalds hat ihn in der Vergangenheit bezahlt und sein erstes "Bashing" bei RTL traf Burger King. Honi soit qui mal y pense. Meint zumindest Wallraff.

Das Paretoprinzip, benannt nach Vilfredo Pareto, einem italienischen Ingenieur, Ökonom und Soziologen, besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Aufwands erreicht werden. So verhält es sich auch mit der deutschen Sicherheitswirtschaft. 20% der 4.000 deutschen Sicherheitsunternehmen sind Mitglied im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und machen 80% des Umsatzes (s.: BDSW - Statistiken). Die Kernpunkte des Enthüllungsjournalisten Wallraff zur Sicherheitswirtschaft sind alte Hüte.

Der BDSW kämpft seit Jahr und Tag gegen die Vergabe von öffentlichen Aufträgen nach dem Prinzip des billigsten Anbieters und fordert eine zwingende Berufszugangsqualifikation. 270 Stunden im Monat im Separatwachdienst sind schlicht und ergreifend illegal. Bezeichnend ist, dass der BDSW nicht zu Wort kam. Wahrscheinlich hätte es nicht zum Spatzengezeter gepasst, wenn die scheinbar Betroffenen sich als Rufende in der Wüste herausgestellt hätten.

Montag, 12. August 2013

1 : 6 + 1 - 1 = 3

Die Ursprungsidee war gut. Ein Rechtsanwalt, ein Krisenmanager, ein Systemintegrierer für technische Sicherheitssysteme und drei Privatermittler fusionieren zu einem Sicherheitsberatungsunternehmen mit ganzheitlichem Ansatz. Die Zeit war 2008 dafür reif, sämtliche Wettbewerber waren mit eigenen Problemen beschäftigt. Das hinderte die ADATO Consulting GmbH nicht, sich auch eigene Probleme zu schaffen. Wenn 6 Gesellschafter gleichzeitig 6 Geschäftsführer stellen, ist das Chaos zwangsläufig. (Man stelle sich einen Ozeandampfer mit 6 Kapitänen vor!) Die Zeit sorgt dann für den Rest. Erst kam für die ADATO International ein neuer Mehrheitsgesellschafter (die französische GEOS), dann schied der letzte ADATO-Mitbegründer aus dem Unternehmen aus. Die Hamburger ADATO Projekt & Konzept GmbH firmiert seit dem 15. Juli 2013 unter HSC Hollung Security Consult GmbH und trägt damit der schon seit langem vollzogenen Änderung in der Gesellschafterstruktur Rechnung. Eine andere Gesellschafterstruktur hat dann auch die ADATO International; nachdem GEOS die verbleibenden Minderheitsanteile übernommen hat firmiert man folgerichtig seit dem 1. Juli 2013 als GEOS Germany.

Sonntag, 3. Februar 2013

Brinks wird Prosegur

Gemunkelt wurde schon geraume Zeit, jetzt gibt es eine Pressemitteilung dazu.

Samstag, 26. Januar 2013

LuSiAsi

Die Luftsicherheitsassistenten streiken. Weil Ver.di sie „aus dem Niedriglohnsektor herausholen“ will (s. Tagesspiegel 25.1.). Dazu muss man wissen, dass Ver.di Nachfolger der ÖTV ist und auch Tarifpartner des Öffentlichen Dienstes ist.

Wenn also LuSiAsis im öffentlichen Dienst arbeiten würden, wäre der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (ÖD) der Länder (TV-L West) Grundlage für die Entlohnung. Da LuSiAsi kein Lehrberuf ist, wäre eine Einstufung maximal in die Gehaltsstufe E4 möglich. Das sind in Nordrhein-Westfalen bei einer 39,5 Stunden Woche 1.838,98 € brutto im ersten Beschäftigungsjahr. Oder ein durchschnittlicher Stundenlohn von 10,74 €. Darüber hinaus gehende Vorteile bietet der Öffentliche Dienst schon lange nicht mehr.

Die bei den BDSW-Mitgliedsunternehmen beschäftigten LuSiAsis verdienen laut Tarifvertrag in NRW 12,36 €. Da sind reichlich 15% mehr als ein Angestellter im ÖD bekommen würde. Der BDSW bietet 13,50 €, Ver.di will 16,00 €. Was glaubt Ver.di eigentlich, was die Konsequenz ist? Zivilangestellte bei der BPol würden 67% weniger kosten.

Donnerstag, 30. August 2012

Nicht gut

Wenn in Funk und Fernsehen ein Beitrag über Sicherheitsdienstleistungen kommt, gibt es ja immer ein paar Oberschlaue, die dann wissen, dass man die Pistole so nicht hält, der Personenschützer die falsche Sonnenbrille trägt oder der Bericht über Geld- und Werttransporte den Kriminellen erst so richtig erklärt, wie ein Überfall zu planen ist. Was aber nun gar nicht geht ist, dass in einem Bericht des Bayerischen Rundfunk zur Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicheheit auf einem Monitor in der AES sowohl Name, Adresse, Rufnummer und Passwort (sic!) zu erkennen sind.
Zumindest hier habe ich die Daten unkenntlich gemacht, ich hoffe die betroffene Firma hat zwischenzeitlich die Daten geändert.

Freitag, 17. August 2012

Aus die Maus die Zweite

Das lange Warten hat ein Ende. Endlich konnte ich die Doppelnummer der Ausgaben 3/2012 und 4/2012 in meinen Händen halten. Laut Editorial erwarten mich "aktuelle und spannende Beiträge zu der Entwicklung von Kriminalität, ... kompakten sicherheitsrelevanten Themen, ... und Geschichte."

Der sicherheitsrelevanten Bezug des Schussfadentransports einer Webmaschine (S. 23) findet sich wahrscheinlich in den Weberaufständen des 18.und 19. Jahrhunderts. Beim Interview mit dem "gelernten Stahlbauer" (S. 88) und beim "Multifunktionalen Industrie-PC" (S. 96) gelingt mir diese Assoziation zur Sicherheit beim besten Willen nicht. Bezug zur Safety finde ich dann wieder bei den Verkehrsunfallzahlen (S. 58) und den Kindersitzen von Mercedes-Benz (S. 54), finde das aber nicht soooo spannend. Bleibt noch die Geschichte. Schade nur, dass der Artikel zu Frank Hamer ein Recycle-Produkt des Artikels "Er jagte Bonnie und Clyde" aus der Visier 11/2009 ist.

Mal gucken, was die Ausgaben 5 und 6 bringen. Die Kündigungsbestätigung für mein Abo ist jedenfalls zwischenzeitlich bei mir eingegangen.

Donnerstag, 16. August 2012

Islamist auf BER-Baustelle die Zweite

Berliner Abendschau

Was ich wirklich nicht nachvollziehen kann sind zwei Dinge:
Trotzdem hat die Flughafengesellschaft umgehend reagiert.
Quelle

Der Flughafen muss nicht reagieren, sondern agieren. Bei einer GmbH mit Aufsichtsrat muss eine Risikovorsorge stattfinden (§91 Abs. 2 AktG), u.a. um die Möglichkeit des Organisationsverschulden zu reduzieren (§823 BGB), dazu muss man seiner Aufsichtspflicht (§130 OwiG) nachkommen.
Außerdem sollten weit reichende betriebliche und unternehmerische Anforderungen an einen angehenden Sicherheitsdienstleister gestellt werden. Konkret müsste er nicht nur bei der Gründung, sondern auch in regelmäßigen Abständen im laufenden Betrieb: - geeignete Geschäftsräume nachweisen, auch für die Aufbewahrung erforderlicher Geschäftsunterlagen, - sich zur ausschließlichen Beschäftigung von Mitarbeitern nach den Kriterien des § 9 Bewachungsverordnung zur Zuverlässigkeit, dem Alter und der Qualifizierung verpflichten, - keine Praktikanten und Auszubildenden ausnutzen und nur Subunternehmer einsetzen, die dieselben Qualitätsstandards erfüllen.
Quelle

Wie ignorant muss ein Manager sein, einen Subunternehmerauftrag mit einer Firma zu unterschreiben, deren Türschild aus einem Ausdruck aus dem Farbdrucker besteht. Insbesondere, wenn sein oberster Chef in Deutschland seit Jahren genau das Gegenteil postuliert, weil nur dadurch "die private Sicherheitsindustrie dauerhaft und mit Erfolg ein integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur werden" kann.

Mittwoch, 15. August 2012

Ein Islamist als Sicherheitsmann

Radio eins beim RBB
Die deutschen Sicherheitsbehörden haben offenbar eine neue Strategie gegen Terroristen entwickelt: Sie wollen, dass die sich über Sicherheitspannen bei brisanten Bauprojekten totlachen. Vor einem Jahr verschwanden Baupläne des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND. Sie zeigten Details des BND-Neubaus in Berlin, die eigentlich streng geheim waren. Heute nun deckte der Stern auf: Auf der Großbaustelle des Flughafens Berlin Brandenburg waren nicht nur Illegale beschäftigt, nein, unter den illegalen Arbeitern war auch ein sogenannter islamistischer Gefährder, der vom Verfassungsschutz verdächtigt wird, womöglich Sprengstoffanschläge vorbereitet zu haben. Ausgerechnet der hat laut Stern Pförtnerdienste gehabt. Also bestimmt, wer die Baustelle betreten darf und wer nicht. Wir sprachen darüber mit Alexander B. Krause. Er ist einer von insgesamt drei vereidigten Sachverständigen für Sicherheitsdienste im Zivil- und Sachschutz.
Download Interview

Samstag, 19. Mai 2012

Aus die Maus

Das älteste Heft CD Sicherheitsmanagement, das bei mir im Regal steht, ist die Ausgabe 5/87 und hieß noch Criminal Digest. Zehn Ausgaben seit 1999 habe ich doppelt, das sind meine Belegexemplare mit von mir geschriebenen Artikeln. Die Restlichen habe ich bezahlt, ich bin Abonnent.

Irgendwann hat der langjährige geschäftsführende Gesellschafter und Chefredakteur den Verlag verkauft, die Funktion des Chefredakteurs jedoch beibehalten. Zu einer erfolgreichen Partnerschaft benötigt man mindestens 2 Parteien, gleiches gilt für einen veritablen Streit. Sicherlich ist es schwer zu verstehen, dass ein alter Strippenzieher wie Helmut Brückmann denken konnte, dass er als Ex-Gesellschafter weiterhin als Chefredakteur agieren könne wie bisher. Aber das, was bereits Anfang dieser Woche auf der IFSEC in Birmingham Gesprächsthema war, hört sich zumindest für mich wie eine Demontage an. Und so etwas gehört sich nicht. Helmut Brückmann war in den vergangenen 20 Jahren sicherlich eine der prägendsten Personen der deutschen Sicherheitswirtschaft.Das, was jetzt absehbar folgen wird, ein Streit um Respekt, Lebenswerk und Reputation, kann keine Gewinner hervorbringen. Und man hätte von Medienprofis erwarten können, dass dieser Streit nicht in die Öffentlichkeit getragen wird. Für mich ist CD Sicherheitsmanagement nun ein gesichtsloses, austauschbares Produkt. Die Namen in der Redaktion oder der Geschäftsführung sagen mir nichts. Ich habe heute mein Abo gekündigt.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Unter dem Aktenzeichen VK 2 – 61/11 kann man beim Kartellamt einen Beschluss der 2. Vergabekammer einsehen.

Ich erinnere mich an eine Anfrage einer Bundesanstalt und deren Wunsch, eine Bestätigung für eine bereits vorgefasste Meinung zu bekommen. Mein Gegenvorschlag wurde - offenschtlich aus Kostengründen - abschlägig beschieden. Ob der Kollege, der dann den Auftrag übernommen hat, sich damit nicht selbst einen Bärendienst erwiesen hat, bleibt abzuwarten. Immerhin: Es hätte schlimmer kommen können. Die Vergabekammer ist zwar zur Überzeugung gekommen, dass [der Sachverständige] "möglicherweise nicht hinreichend qualifiziert ist", aber dass dieses "in diesem Zusammenhang nicht weiter von Bedeutung" ist, da "die Ag sich seine Wertung zu eigen machte".

Donnerstag, 24. November 2011

gepr. Was-weiß-ich- Sicherheitskraft.

Das der BDSW gegen Phantasieabschlüsse im Sicherheitsgewerbe vorgeht ist zwar richtig aber um so mehr erstaunlich. Schließlich ärgert er damit potentielle Mitglieder.


Vielleicht ist es deshalb auch nur der stellvertretende Vorsitzende des Fachausschuss Ausbildung, der in der Pressemitteilung zitiert wird. Frank Schimmel verkennt aber eins, wenn er kolportiert, dass "die bestehende Qualifizierungsstruktur" genügt, um "zukünftige Sicherheitsmitarbeiter marktgerecht und entsprechend ihres zukünftigen Einsatzgebietes" schulen zu können. Eine Studie des Kompetenzzentrum Sicherheit kam zu einem anderen Ergebnis und in Gesprächen mit CSOs hört man, dass sie ihre externen und internen Mitarbeiter nur in die bestehenden Qualifizierungsstrukturen schicken, weil es nichts besseres gibt.

Freitag, 18. März 2011

Mindestlohn

Morgen steht es überall, warum also heute nicht hier: Der Tarifausschuss beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschloss heute mit der notwendigen Einstimmigkeit den Mindestlohn für das Wach- und Sicherheitsgewerbe. Mal gucken, ob die Auguren der Vergangenheit Recht behalten und nun alles gut wird.

Montag, 28. Februar 2011

Privat oder Öffentlich?

Normalerweise sind meine Notizen, die ich mir während Konferenzen oder Meetings mache, überschaubar bis nicht vorhanden. Eine Äusserung des stellvertretende Vorsitzenden der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Günter Krings, während der 3. Luftsicherheitstage ließ mich jedoch sofort nach meinem Stift greifen. Auch eine Justiziarin (schreibt man tatsächlich so) der Bundespolizei zeigte sich während einer der Pausen entzückt. Da der Abgeordnete Krings Dr. iur. ist, hier die Quelle für den nachtsehenden Text.

Der Gesetzgeber hat sich dabei nicht für eine Übertragung [der Aufgabe Luftsicherheit] an den Verwaltungshelfer entschieden, der der Verwaltung bei der Durchführung bestimmter Verwaltungsaufgaben hilft, gewissermaßen als verlängerter Arm, als Werkzeug. Verwaltungshelfer werden bekanntlich nicht selbständig tätig, sondern führen nur Hilfsarbeiten im Auftrag und nach Weisung einer Behörde durch, ihr Handeln wird dementsprechend auch der Behörde zugerechnet. Im Unterschied zum Verwaltungshelfer erfüllt der Beliehene selbstständig hoheitliche Aufgaben im eigenen Namen; er ist selbst Behörde und wie die juristischen Personen des öffentlichen Rechts Teil der mittelbaren Staatsverwaltung. Die Tätigkeit des beliehenen bleibt damit öffentlich-rechtlich und es handelt sich hier nicht um eine Privatisierung hoheitlicher Aufgaben.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Studiengänge und sonstige Qualifizierungen

Das Argument der FDP gegen den Mindestlohn im Wach- und Sicherheitsgewerbe lautet: "Der Markt muss es richten." Spannend wird, wie der Markt mit den ins Kraut schießenden Qualifizierungen für Sicherheitsmanager umgehen wird.

Der von der BdSI imitierte Certified Security Manager scheint spannend. Ein Verein, der sich heute mangels Mitgliedern nicht mehr neu gründen könnte, vergibt nach einem modular aufgebauten Lehrgangsmodell das Zertifikat zum Security Manager. Inhaltlich interessant, im internationalen Vergleich eher unbedeutend.

In Baden-Württemberg und in Bayern haben sich die dortigen Verbände für Sicherheit in der Wirtschaft mit der Donau-Universität Krems zusammen getan und bieten ein Studiengang zum Master of Science in Security & Safety Management an. Kostet 13.900 € plus Nebenkosten. Und hat das Problem, dass lt. dem Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsanschlüsse in Österreich eine Statusfestlegung nicht stattfindet. Will heißen, man darf sich den akademischen Grad auf die Visitenkarte drucken, für den höheren Dienst qualifiziert er beispielsweise nicht.

Bei der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin soll es nun im Herbst mit dem Master losgehen. Als nebenberuflicher Fernstudiengang dauert dieser 4 Jahre. Wer macht das, wenn es woanders fürs gleiche Geld schneller geht?

Ebenfalls in Berlin bezahlt die Deutsche Universität für Weiterbildung ihre Stipendiaten selber. So kostet der Studiengang zum M.A. Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit nur noch 10.000 €. Und man hofft auf die Einfügung des § 10 (6) 9. Berliner Hochschulgesetzes. Das wäre in der Tat revolutionär und vor allem höchste Zeit.

Mittwoch, 3. November 2010

Platz 98 der besten Jobs

Das meint zumindest CNN Money über den Job als Security Director. Na denn.

Mittwoch, 22. September 2010

Die gekaufte Sicherheit

Eine vollkommen geniale Reise in die Vergangenheit. Dabei ist der Beitrag gerade mal 27 Jahre alt (Korrektur: Nach Rücksprache mit Peter Hohl muss der Beitrag zwischen 1972 und 1979 entstanden sein).